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Fusion von Bayer & Monsanto

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20 umwelt-, entwicklungs- und agrarpolitische NGOs haben im April 2017 den Bericht „Fusion von Bayer und Monsanto – Streitschrift gegen die Ohnmacht der Wettbewerbskontrolle“ gemeinsam veröffentlicht. Sie fordern wenige Tage vor der Bayer-Hauptversammlung strengere Regeln für Unternehmensfusionen und weitere Maßnahmen, um Konzernmacht zu begrenzen.

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Ende März und Anfang April hatte die EU-Wettbewerbskommissarin grünes Licht für die Fusionen von ChemChina und Syngenta sowie Dow und Dupont gegeben. Die ebenfalls umstrittene  Übernahme des Gentechnik-Konzerns Monsanto durch die Bayer AG könnte genauso genehmigt werden, weil die Wettbewerbskontrolle den Übernahmeprojekten der global agierenden Konzerne zu wenig entgegen setzen kann.

„Diese Fusionswelle zeigt: Wir kommen an der Frage nach der Kontrolle der Konzernmacht nicht vorbei“, sagt Jürgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung. „Die Megafusionen führen zu einer unerträglichen Marktmacht der drei neuen Riesen, die weltweit kleinere Züchter verdrängen, Artenvielfalt zerstören, Druck auf politische Entscheider entfalten und mittels Patenten Bäuerinnen und Bauern in Abhängigkeit bringen. Wozu haben wir eigentlich Kartellämter, wenn praktisch jede Fusion durchgewunken wird?“

Die Recherchen der Organisationen ergaben unter anderem:

  • Seit den 1970er Jahren hat sich die Zahl der jährlichen Fusionsanmeldungen verdoppelt und das Volumen der einzelnen Fusionen deutlich vergrößert.
  • Während die größten 10 Prozent der Unternehmen 1990 eine doppelt so hohe Rendite erzielten wie die mittelgroßen Firmen derselben Branche, liegt sie heute fünfmal so hoch.
  • Von über 300 Fusionsanträgen in 2015 hat die EU keinen zurückgewiesen.
  • Auch das Bundeskartellamt stoppte seit 1990 von 2.000-4.000 im Zeitraum von jeweils 24 Monaten angemeldeten Fusionen nur 5 bis 20.

Die Organisationen fordern eine schärfere Fusionskontrolle. Ökonom Dr. Thomas Dürmeier, einer der Autoren der Studie, erläutert: „Es ist an der Zeit, die Regeln für Konzernfusionen deutlich strenger zu gestalten. Kartellämter sollten künftig bereits ab 20 Prozent Marktanteil – anstatt wie heute üblich erst bei 40 Prozent – eine Fusion verbieten können. Bei der Prüfung müssen neben den möglicherweise steigenden Preisen für Konsumenten auch die Auswirkungen auf Zulieferer, Arbeitnehmer und die Umwelt untersucht werden. Patente müssen als Machtfaktoren stärker berücksichtigt werden. Es bedarf zudem dringend wirksamer Regeln, um die Macht der größten Konzerne reduzieren und Fusionen auch rückgängig machen zu können.“

Jutta Sundermann von Aktion Agrar weist darauf hin, dass Wettbewerbspolitik auch auf globaler Ebene koordiniert werden muss: „Bis heute passiert die Fusionskontrolle auf nationaler Ebene oder in eng kooperierenden Wirtschaftsräumen wie der EU. Die Auswirkungen beispielsweise der Fusion von Bayer und Monsanto auf die Länder des globalen Südens gelangen erst gar nicht auf die Tagesordnung der Wettbewerbskommissarin. Das muss sich ändern.“

Sämtliche HerausgeberInnen:
Forum Umwelt & Entwicklung
Aktion Agrar
Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft AbL
Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt ASW
Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall
Christliche Initiative Romero, CIR
Coordination gegen Bayer-Gefahren
Die Bäcker e.V
Dorfkäserei Geifertshofen
Ecoland e.V.
Forschungs- und Dokumenationszentrum Chile-Lateinamerika, FDCL
Gen-ethisches Netzwerk e.V., GeN
Goliathwatch (in Gründung*)
IG Nachbau
INKOTA-netzwerk e.V.
NaturFreunde Deutschlands
Netzwerk Solidarische Landwirtschaft
Slow Food Deutschland
Stiftung Haus der Bauern
Stop Bayer&Monsanto
Züchtervereinigung Schwäbisch Hällisches Schwein

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